Unauffällig unterwegs
- In der Dämmerung oder nachts aktiv.
- Aufmerksam, mit sicherem Gang und ohne erkennbare Verletzung.
b*nature · Vorfahrt für den Igel
Lebensweise, Nahrung und Jahreszyklus – und woran du erkennst, dass ein Igel möglicherweise Hilfe braucht.

Der in Südtirol verbreitete Igel ist der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus). So ist er gebaut – und darauf verlässt er sich bei seinen nächtlichen Streifzügen.

Der Geruchssinn ist sein wichtigster Sinn. Damit findet er Käfer, Raupen und Regenwürmer auch im Dunkeln.
Igel sehen eher schlecht. In der Dämmerung und nachts verlassen sie sich vor allem auf Nase und Ohren.
Igel hören sehr gut, auch hohe Töne, die für uns Menschen nicht hörbar sind.
Die Stacheln sind umgebildete Haare. Bei Gefahr rollt sich der Igel zusammen und stellt sie auf.
Auf der Suche nach Nahrung und Partnern legen Igel pro Nacht oft mehrere hundert Meter bis einige Kilometer zurück.
Durchschnittswerte; einzelne Tiere weichen davon ab.
Das Igeljahr ist ein Kreislauf, der im Uhrzeigersinn mit dem Jänner oben beginnt. Kräftig gefärbte Abschnitte zeigen die typische Zeit einer Phase, schwach gefärbte die Monate, in denen sie je nach Jahr und Höhenlage beginnen oder enden kann.
Ringe von innen nach außen
Im Winterschlaf verliert ein Igel 15 bis 40 Prozent seines Körpergewichts. Deshalb muss er sich im Herbst genug Reserven anfressen.
Richtwerte für Mitteleuropa. In Südtirol hängen die Zeiten stark von Höhenlage und Witterung ab; in höheren Lagen beginnt der Winterschlaf meist früher und endet später.
Igel sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs. Sie suchen kleine Beutetiere und brauchen Wege zwischen ihrem Jagdlebensraum und ihren Verstecken. Geschlossene Zäune, Mauern, Treppen und ähnliche Hindernisse können diese Wege unterbrechen.
Hecken, naturnahe Gärten und strukturreiche Grünflächen bieten Nahrung und Deckung. Ruhige Laub- und Asthaufen dienen als Rückzugsorte. Ein einzelner Garten reicht oft nicht aus: Verbindungen zu benachbarten Flächen sind wichtig.
Igel ernähren sich vor allem von wirbellosen Tieren. Ein vielfältiger Garten fördert ihre natürliche Nahrung. Milch ist ungeeignet; dauerhaftes Zufüttern ersetzt keinen intakten Lebensraum.
Nach dem Winterschlaf beginnt wieder die Nahrungssuche. In der warmen Jahreszeit folgen Fortpflanzung und Jungenaufzucht; vor dem Winter werden Reserven aufgebaut. Zeitpunkt und Dauer des Winterschlafs hängen von Witterung und örtlichen Bedingungen ab. Nester möglichst ungestört lassen.
Nach etwa fünf Wochen Tragzeit bringt die Igelin meist vier bis fünf Junge zur Welt, manchmal nur zwei, selten bis zu sieben. In der Regel gibt es einen Wurf im Jahr. In warmen Jahren folgt gelegentlich ein zweiter, später Wurf; diese Jungtiere haben es schwer, bis zum Winter genug Gewicht zu erreichen. Mit etwa drei bis vier Wochen verlassen die Jungen erstmals das Nest, mit rund sechs Wochen sind sie selbständig.
In freier Natur werden Igel meist nur zwei bis vier Jahre alt, einzelne Tiere auch sieben Jahre und älter. Viele Jungtiere überleben ihren ersten Winter nicht. Zu den natürlichen Feinden zählen vor allem Dachs und Uhu, Jungtiere werden auch von Füchsen erbeutet. Weit mehr Igel sterben jedoch im Straßenverkehr, durch Mähgeräte und durch den Verlust ihrer Lebensräume.
Halte Abstand und leuchte Tiere nicht dauerhaft an. Öffne keine Nester für ein Foto. Ein Foto einer zufälligen Begegnung und Angaben zu Zeitpunkt und Lebensraum können eine Beobachtungsmeldung ergänzen.
Igel vertragen das Gift der Kreuzotter deutlich besser als andere Tiere ihrer Größe. Immun sind sie aber nicht: Ein Biss kann auch für einen Igel gefährlich werden.
Manchmal kauen Igel stark riechende Dinge und verteilen den schaumigen Speichel mit der Zunge auf ihren Stacheln. Fachleute nennen das Selbstbespeicheln. Wozu es dient, ist bis heute nicht geklärt.
Wer nachts im Garten Schnaufen, Schmatzen oder Rascheln hört, hat gute Chancen, auf einen Igel zu treffen. Bei der Nahrungssuche sind Igel erstaunlich laut.
Beobachte aus Abstand. Einzelne Merkmale erlauben keine sichere Diagnose; bei Warnzeichen eine Igelstation oder eine igelkundige Tierarztpraxis kontaktieren.
Tagsüber unterwegs? Das ist ein Anlass, genauer hinzusehen. Ein aufgestörter Igel oder eine säugende Mutter kann auch tagsüber das Versteck wechseln. Ein apathisches oder verletztes Tier braucht Hilfe.
Von oben betrachtet verrät die Körperform viel über den Zustand eines Igels. Ein gut genährter Igel ist vorne schmal und hinten breit und rund. Bei einem abgemagerten Igel verlaufen die Seiten fast gerade, die Flanken sind eingefallen und der Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab.
Gut genährt · birnenförmig
vorne schmal, hinten breit und rund
Abgemagert · wurstförmig
gerade Seiten, eingefallene Flanken, Kopf deutlich abgesetzt
Diese Merkmale dienen zur Orientierung und sind keine Diagnose. Bei Unsicherheit fachkundige Hilfe einholen. Die wissenschaftliche Meldung ist freiwillig und ersetzt keine Versorgung.
Weiterführendes Fachwissen zu Lebensraum, Durchgängen und Warnzeichen. Die Quellen ersetzen keine Untersuchung des Tieres.