Gemeinsam erforschen wir, wo Igel in Südtirol leben, und verbinden ihre Lebensräume zu Igelstraßen – mit Schulen, Gemeinden und allen, die mitmachen möchten.
Mit Igeldurchgängen, Plaketten und Igeltunneln verbinden wir Gärten und Grünflächen zu Igelstraßen – gemeinsam mit Schulen, Gemeinden und Privatpersonen.
Beobachtungen und Lebensräume gehören zusammen. Zunächst sammeln und prüfen wir Meldungen. Langfristig sollen sie helfen, Schutzmaßnahmen zu planen. Gefährliche Straßenabschnitte können wir auf dieser Datengrundlage noch nicht benennen.
Säule 1
Jede Beobachtung zählt
Deine Meldungen helfen, Verbreitung und Lebensräume der Igel in Südtirol besser zu verstehen. Auch jeder angefahrene oder tot gefahrene Igel trägt dazu bei, langfristig mögliche Maßnahmen gegen Verkehrsverluste zu prüfen. Fachleute sichten jede Meldung; bis zur Prüfung gilt sie als unbestätigt.
Igelbeobachtung
Ein lebender, verletzter oder unsicherer Fund sowie Spuren wie Kot oder Fußabdrücke.
Straßenopfer
Ein tot auf oder neben einer Straße gefundener Igel, erfasst in einem verkürzten Ablauf.
Verbreitung und Lebensräume dokumentieren und damit langfristig eine Grundlage für mögliche Schutzmaßnahmen schaffen.
Datenqualität
Fotos, Prüfstatus, Koordinatenunsicherheit und standardisierte Zusatzprojekte erhöhen den wissenschaftlichen Wert.
Datenschutz
Kontaktdaten werden getrennt gespeichert; öffentliche Positionen werden räumlich verschleiert.
Kooperation
Schnittstellen und Datenübergaben sollen mit Südtiroler Fachinstitutionen abgestimmt werden.
Säule 2
Freie Wege für stachelige Nachbarn
Igel brauchen Nahrung, Verstecke und Wege zwischen ihnen. Wo Zäune und geschlossene Grundstücksgrenzen diese Wege unterbrechen, schaffen wir Verbindungen. Aus einzelnen igelfreundlichen Gärten soll eine Igelstraße werden: ein zusammenhängendes Netz von Lebensräumen.
01
Igeldurchgänge
Bodennahe Öffnungen in Zäunen oder Gartengrenzen verbinden benachbarte Grünflächen. Der Standort wird mit den Eigentümer:innen abgestimmt und muss auf beiden Seiten sicher sein.
02
Plaketten
Eine Plakette macht den Igeldurchgang sichtbar. Sie erklärt, warum die Öffnung frei bleiben soll, und lädt Nachbar:innen ein, ebenfalls mitzumachen.
03
Igeltunnel
Wo eine kurze, geschützte Verbindung sinnvoll ist, kann ein Igeltunnel den Durchgang ergänzen. Er braucht freie Ein- und Ausgänge, einen sicheren Standort und regelmäßige Kontrolle.
Den eigenen Garten igelfreundlich machen
Laub liegen lassen, Wasser anbieten, Mähroboter nur tagsüber: Der Garten-Check zeigt zwölf einfache Maßnahmen, die jede Igelstraße stärken.
Ob Schulgelände, öffentliche Grünfläche oder eigener Garten: Jede Verbindung beginnt mit Menschen, die ihren Ort igelfreundlicher machen möchten. Diese Projektideen können wir gemeinsam entwickeln.
Schulen
Den Igel als Wildtier kennenlernen und Lebensräume vor der eigenen Tür erforschen.
Barrieren am Schulgelände erkunden
Plaketten gestalten und sichere Durchgänge planen
Beobachtungen dokumentieren, ohne Tiere zu stören
Gemeinden
Grünräume verbinden und Igelschutz in die Pflege öffentlicher Flächen einbeziehen.
Geeignete Standorte mit dem Bauhof prüfen
Durchgänge bei Zäunen und Grünflächen mitdenken
Anwohner:innen informieren und Pflege organisieren
Privatpersonen
Mit dem eigenen Garten Teil eines größeren Lebensraums werden.
Mit Nachbar:innen einen Durchgang vereinbaren
Laub, Hecken und ruhige Gartenecken erhalten
Durchgänge offen halten und Beobachtungen melden
Vom ersten Gespräch zum Igeldurchgang
1
Kontakt aufnehmen
Schreib uns, wo du mitmachen möchtest und ob du für eine Schule, Gemeinde oder einen privaten Garten anfragst.
2
Standort gemeinsam prüfen
Wir besprechen die Idee, Eigentumsgrenzen, sichere Wege und die passende Umsetzung mit Durchgang, Plakette oder Tunnel.
3
Umsetzen und dranbleiben
Durchgang anlegen, Plakette anbringen und eine verantwortliche Person für Kontrolle und Pflege festlegen.
Südtirols Igelstraßen wachsen
Jeder Igeldurchgang verbindet zwei Gärten. Hier zählen wir die Durchgänge, die gemeinsam mit dem Projekt umgesetzt und geprüft wurden.
Das Projekt startet gerade. Sobald die ersten Igeldurchgänge umgesetzt sind, erscheinen hier die Zahlen – vielleicht ist deiner der erste.
Wo könnte deine Igelstraße entstehen?
Erzähl uns von deinem Standort und deiner Idee. Gemeinsam klären wir, welche Umsetzung möglich ist und was es dafür braucht.
Lebende oder verletzte Igel und ihre Spuren sowie tot gefundene Igel an Straßen.
Ich habe einen verletzten Igel gefunden. Was zuerst?
Zuerst Hilfe: Der getrennte Hilfebereich zeigt Warnzeichen und bestätigte Anlaufstellen. Eine Meldung für das Projekt ist freiwillig, kann danach folgen und ersetzt keine Versorgung.
Was passiert mit meiner Meldung?
Fachleute prüfen jede Meldung; bis dahin gilt sie als unbestätigt. Geprüfte Meldungen sollen langfristig Auswertungen zu Verbreitung und Lebensräumen ermöglichen. Für die Benennung gefährlicher Straßenabschnitte reichen die Daten derzeit noch nicht aus.
Wird mein Fundort öffentlich gezeigt?
Nicht genau. Die öffentliche Karte zeigt nur freigegebene Meldungen in einem groben Bereich von etwa 500 Metern. Kontaktdaten werden getrennt gespeichert und nicht veröffentlicht.
Igelstraßen und Lebensräume
Wie groß muss ein Igeldurchgang sein?
Das Igelzentrum Zürich nennt 10 × 10 cm als ausreichende Öffnung für erwachsene Igel. Wichtig sind glatte Kanten, ein Durchgang direkt am Boden und freie Wege auf beiden Seiten.
Darf ich einfach eine Öffnung in den Zaun machen?
Nur in Absprache mit allen Eigentümer:innen. Bei gemeinsamen Zäunen sprecht ihr am besten mit euren Nachbar:innen. Wir helfen gern dabei, den Standort gemeinsam zu prüfen.
Was, wenn hinter dem Zaun eine Straße liegt?
Dann bitte keinen Durchgang öffnen. Igeldurchgänge gehören zwischen geeignete Grünflächen. An Straßen braucht es eine fachlich geplante Lösung; ein Gartentunnel ersetzt keine sichere Straßenquerung.
Wie komme ich zu einer Plakette?
Die Plakette gehört zu einem Igeldurchgang, der gemeinsam mit dem Projekt geplant wurde. Schreib uns; wir klären Standort, Umsetzung und Plakette gemeinsam.
Bringt ein einzelner Durchgang überhaupt etwas?
Jeder Durchgang vergrößert den erreichbaren Lebensraum. Ob er tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst mit der Zeit. Deshalb sammeln wir Beobachtungen; einzelne Sichtungen belegen allein aber noch keine Wirkung.
Fachwissen zum Weiterlesen
Weiterführendes Fachwissen zu Lebensraum, Durchgängen und Warnzeichen. Die Quellen ersetzen keine Untersuchung des Tieres.